Aufnahmepraxis
1. Platzieren Sie die Kamera auf einem Stativ und suchen sich einen geeigneten Standpunkt aus. Ein Blick durch den Sucher der Kamera oder auf den Monitor kann beim Verändern der Brennweite hilfreich sein ein interessantes Motiv zu finden. Oft sind es kleine Details die ansprechend wirken (ein einzelner Stein im Flussbett bspw.). Dafür muss dann häufig die maximal verfügbare Brennweite herhalten.
2. Stellen sie die kleinstmögliche Lichtempfindlichkeit bspw. ISO 100 ein und arbeiten Sie mit der Matrix- bzw. Mehrfeldmessung, diese verhilft in der Regel zu guten Ergebnissen. Zudem nehmen Sie die Fotos, wenn es die Kamera erlaubt, im Rohdatenformat auf. Bei der späteren “Entwicklung” der Bilder ist so noch einiges herauszuholen.
3. Je länger die Belichtungszeit ausfällt, desto weicher wirkt das fließende Wasser bzw. erst mit einer längeren Belichtung wird das fließende Wasser richtig interessant. Um eine längere Belichtungszeit auch am Tag zu erzielen, arbeiten Sie mit der Blendenvorwahl und stellen eine kleine (geschlossene) Blende ab bspw. Blende f11 ein. Je weiter sie die Blende schließen, desto länger wird die Belichtungszeit. Experimentieren Sie mit verschiedenen Blendeneinstellungen.
4. Arbeiten Sie mit dem Selbstauslöser um Verwacklungen zu vermeiden. Haben Sie die Möglichkeit die Zeit für den Selbstauslöser einzustellen reichen in der Regel bspw. 2sek. Haben Sie den Ausschnitt festgelegt und die Blende eingestellt, drücken Sie den Auslöser zur Scharfstellung und Beleuchtungsmessung zunächst halb durch, kontrollieren das Bild durch den Sucher oder über den Monitor und drücken dann den Auslöser ganz durch. Nehmen Sie die Hände von der Kamera.
Blende f8, Belichtungszeit 1/25sek. Abbildung oben: Blende f32, 2 Sekunden Belichtungszeit.
Profi-Tipps: Wie bereits oben erwähnt ist es nicht immer möglich bei Tageslicht trotz geschlossener Blende eine lange Belichtungszeit zu erzielen. Oder aber man möchte, durch eine geöffnete Blende, weniger Schärfentiefe im Bild. In beiden Fällen ist der Einsatz eines Graufilters (siehe oben) sinnvoll. Ebenfalls sinnvoll kann die AEB-Funktion der Kamera sein, um quasi mit einem Auslösen drei oder mehr Fotos mit unterschiedlicher Belichtung einzufangen, später kann man sich das beste aussuchen. Wenn Sie auf den Autofokus verzichten und lieber manuell scharf stellen, kann der Einsatz der Live-View Funktion sinnvoll sein. Viele Kameras ermöglichen das Live-View-Bild zu vergrößern, so ist eine exakte Scharfstellung auf das gewünschte Motiv möglich.
Blende f13 bei 1/8 sek. Belichtungszeit.
Blende f20, 0,8 sek. Belichtungszeit.
Die Nachbearbeitung der aufgenommenen Fotos entscheidet maßgeblich darüber, wie sie auf den Betrachter wirken. Grundsätzlich ist die Nachbearbeitung Geschmackssache und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Oft reicht es aus, die Fotos im RAW-Format aufzunehmen und mit der eingesetzten RAW-Software wunschgemäß zu entwickeln. Hier können Sie bspw. mit dem Weißabgleich und weiteren Einstellungen für die gewünschte Bildwirkung sorgen ohne das eine weitere Nachbearbeitung nötig ist. Bietet Ihre Kamera keine RAW-Format an, empfiehlt es sich in höchster JPEG-Qualität mit neutralen Einstellungen zu Fotografieren. So ist noch Potential für eine individuelle Nachbearbeitung vorhanden. (Text und Fotos: gh/digiklix.de)
In unserer Serie “Motiv Ideen” bisher erschienen:
Fotografieren im Zoo (Teil 1 und 2) und
Autos im Detail
Seiten: 1 2
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