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100221-1928mk-3Es sei ja schließlich Biikebrennen, und das könne man nicht verschieben, versuchte unser Gastgeber die Bedenken, zum gebuchten Termin Mitte Februar, die Hallig nicht zu erreichen, auszuräumen. Als wir im Herbst unseren Aufenthalt auf der Hallig Hooge planten, hätten wir vielleicht mit einem Frühjahrssturm und der damit verbundenen Sturmflut als Hindernis gerechnet, aber wochenlanger Dauerfrost kam uns damals nicht in den Sinn.

100221-1138mkDer reguläre Fährverkehr zu den Deutschen Halligen war schon seit geraumer Zeit wegen Eisganges eingestellt und die kleinen Eilande im friesischen Wattenmeer wurden nur noch sporadisch von Versorgungsschiffen angelaufen. Im Vertrauen auf die Worte unseres Wirtes machten wir uns auf den Weg in den Norden und tatsächlich lief am späten Nachmittag vom Fähranleger Schlüttsiel ein kleines Schiff zu den Halligen Hooge und Langeneß aus.

Im Gepäck meine digitale Nikon Spiegelreflex Ausrüstung, bestehend aus Kamera, lichtstarkem Telezoom, stabilisiertem Standardzoom und einem neu für die Reise erworbenen Ultraweitwinkelzoom. Den Nordseestranderfahrungen vergangener Jahre geschuldet ist die wasser- und vor allem sanddichte Kameratasche von Ortlieb.

100221-1218mkDer Ostwind habe das Eis aufs offene Meer hinausgedrückt, daher drohe kein Ungemach, erklärte uns der Kapitän, jedoch sei er auf die Satellitennavigation angewiesen da Bojen, die das Fahrwasser markieren, durch die Eisschollen verschoben worden seien und auch die Pricken, lange Holzstangen, die wie Besen aussehen und im Watt steckend stellenweise zusätzlich die Fahrrinne kennzeichnen, vom zurückweichenden Eis herausgerissen wurden. Unter Deck war es eng, der Luxus eines Sitzplatzes war nicht jedem vergönnt, aber man schien sich zu kennen und rückte enger zusammen.

100219-1311mk-1Neben Einheimischen waren offensichtlich nur eingefleischte an Bord, die alle Jahre wieder zum Biikebrennen auf die Hallig fahren. Auf dem Vordeck türmten sich Koffer und Rucksäcke, neben Farbeimern, frischen Lebensmitteln und allerlei Haushaltsgegenständen. Als das Schiff auf Hooge festmachte stand an Land eine Menschenkette bereit, die flink all die Dinge nebst Gepäck der Gäste von Bord und auf die Anhänger von Traktoren luden. Feriengäste wurden auf bereitstehende Fahrzeuge verteilt und zu den Warften, Erhebungen auf denen die Wohnhäuser der Hallig stehen, gefahren. Halligbewohner arbeiten Hand in Hand, draußen in der Nordsee, ein gutes Stück weit weg vom deutschen Alltagsleben ist dies wohl schon seit Jahrhunderten überlebenswichtig.

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2 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Markus Merz | Hamburg St. Georg:

    Schick, schick, schick & Neid!

  2. Christian und Sonja:

    Das sind wirklich tolle Fotos! Von wegen, nix zu sehen…

    Hoffentlich sehen wir noch mehr Reiseberichte von dem einfühlsamen Autor und Fotografen!

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