
Nachdem wir die Stereokamera Finepix Real 3D W1 von Fuji und den zum System gehörenden digitalen 3D-Bilderrahmen “V1″ nun fast zwei Monate lang ausgiebig in der Praxis testen konnten, präsentieren wir ihnen an dieser Stelle unsere abschließende Meinung zur Kamera. Dem 3D Bilderrahmen “V1″ widmen wir einen eigenen Kurztest der in Kürze hier zu lesen sein wird.
Über das Fuji 3-D-System bzw. über die Finepix Real 3D W1 haben wir bereits einige Male bereichtet und auch eine erste Einschätzung abgegeben, nachdem wir die Kamera eine kurze Zeit in der Praxis eingesetzt haben. In diesem Testbericht gehen wir daher nur auf die Kamera und deren Handhabung in der Praxis so wie auf die Bildqualität ein.
Fujifilm hat Ende 2009 die bereits auf der Photokina 2008 vorgestellte Stereokamera Finepix Real 3D W1 in den Handel gebracht. Die Kamera kann 3D-Fotos und 3D-Filme aufnehmen, die sich wie auch das anvisierte Motiv, auf dem 7,1cm (2,8 Zoll) Display der Kamera direkt dreidimensional betrachten lassen. Nimmt man die Finepix Real 3D W1 zum ersten mal in die Hand fällt ihr relativ hohes Gewicht (betriebsbereit ca. 280g) auf. Bedenkt man das in der Kamera zwei Objektive mit 3fach Zoom (35 –105mm(KB)), zwei 10 Megapixel Sensoren und zwei Bildprozessoren integriert sind, ist die Kamera dennoch als recht kompakt zu bezeichnen. Sie eignet sich zwar weniger für die Hemd- aber für so ziemlich jede Jackentasche.
Die Kamera ist sehr solide verarbeitet und auch der Schiebemechanismus der beim herunterschieben die Objektive frei gibt und die Kamera einschaltet, macht einen sehr soliden Eindruck. Nach dem Einschalten dauert es ca. 3Sek. bis ein Foto aufgenommen werden kann. Der Autofokus arbeitet bei guten Lichtverhältnissen recht präzise und die Geschwindigkeit liegt im Rahmen einer Kompaktkamera aus der Mittelklasse, Geschwindigkeitsrekorde stellt die Real 3D W1 keine auf, ist in der Praxis aber schnell genug für die meisten Aufnahmesituationen.
Bei den Objektiven sei erwähnt das Fuji eine recht hohe Stereobasis (Abstand von Objektiv zu Objektiv) gewählt hat die bei 77mm liegt. Üblich bei Stereokameras sind etwa 65mm (entspricht in etwa dem Augenabstand). Auf Nachfrage warum die vergrößerte Stereobasis zum Einsatz kommt, sagte man uns, um den räumlichen Eindruck zu verstärken. Leider hat die recht große Stereobasis zur Folge, dass der Mindestabstand zum nächstgelegenen Motiv sich vergrößert. Bei 77mm Stereobasis sollte in etwa ein Abstand von 2,10 Meter zum nächstgelegenen Motiv eingehalten werden, damit eine natürliche 3D-Wirkung zu Stande kommt. Geht man zu nah an ein Motiv heran, kommen die Motive nicht mehr zur Deckung und der 3D-Eindruck “zerfällt”. Vergleichbar ist das mit einem Objekt, dass man zu nah betrachtet mit bloßen Augen nicht mehr dreidimensional wahrnehmen kann, weil der “Scharfstellung” der Augen fehlschlägt.
Will man Objekte im Nahbereich aufnehmen, bietet die Real 3D einen Einzelversatzmodus an. Dabei handelt es sich um nichts anderes als um die mit Einzelkameras übliche Verschiebetechnik, um 3D Fotos anfertigen zu können. Man nimmt das erste Bild auf, verschiebt die Kamera um die gewünschte Stereobasis, und nimmt dann das zweite Bild auf. Bei der Real 3D hilft eine halbtransparente Überblendung des ersten Fotos im Monitor um das zweite Foto entsprechend „optimal“ aufnehmen zu können. Ein Funktion die schon vor einigen Jahren in diversen Pentax Digitalkameras zum Einsatz kam. Diese Option ist zwar nutzbar, aus der Hand gelingen allerdings nur mit viel Übung brauchbare Aufnahmen und wenn man bedenkt, dass es sich bei der Real 3D um eine echte Stereokamera handelt, ist der Versatzmodus nur eine “Krücke” für bspw. Nahaufnahmen oder Fotos mit vergrößerter Stereobasis. Also Aufahmen, die man auch mit jeder herkömmlichen Kamera in den Kasten bringen kann.
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