Das Tamron AF 18-270mm F/3,5 -6,3 Di II VC LD Aspherical [IF] Macro hat wirklich die Bezeichnung Megazoom verdient. Das 15fach Zoom deckt einen umgerechneten Brennweitenbereich von 28-419mm (Croopfaktor 1,55) ab und bietet zudem eine optische Bildstabilisierung, den so genannten VC-Mechanismus (Vibration Compensation). Das Objektiv wurde speziell für Spiegelreflexkameras mit APS-C Sensor entwickelt. Wir haben es an einer Canon EOS 50D in der Praxis getestet.
Das Tamron AF 18-270mm F/3,5 -6,3 Di II VC LD Aspherical [IF] Macro ist mit Abmessungen von 79,6 x 101mm und einem Gewicht von rund 550 Gramm zwar nicht das kompakteste “Reisezoom” auf dem Markt, deckt aber mit 18-270mm einen enormen Brennweitenbereich ab. Das Objektiv ist gut verarbeitet, Zoom und Fokusring sind griffig. Bei unserem Testobjektiv war der Zoombereich zwischen 70-100mm allerdings hakelig, beim Zoomen wurde es in dem Bereich schwergängiger und das Zoomen ging nicht flüssig vonder Hand sondern eher ruckelig.
Abbildung: Größenvergleich Tamron 18-270mm (links) und Tamron 18-250mm (rechts)
Der Fokusring dagegen ist leichtgängig und lässt eine präzise Einstellung der Schärfe auch von Hand zu. Als schwergängig erwies sich der Lock-Schieber mit dem der Zoommechanismus gesperrt werden kann, so dass das Objektiv, hält man die Kamera bespw. nach unten, nicht von allein ausfährt. Dieser Lock-Schieber muss mit Hilfe eines Fingernagels betätigt oder durch einen starken Druck mit dem Daumen betätigt werden, dieser Mechanismus könnte durchaus leichtgängiger sein.
In Punkto Bildqualität fällt ein Manko fast aller Zoom-Objektive mit einer weitwinkeligen Anfangsbrennweite auch beim Tamron AF 18-270mm bereits durch den Sucher ins Auge; eine starke tonnenförmige Verzeichnung. Diese Verzeichnung ist nicht nur durch den Sucher sondern auch auf den Fotos zu erkennen, hinzu kommt ein starker Abfall der Schärfe zum Rand hin was am gravierendsten bei Offenblende zum Tragen kommt und durch Abblenden gemildert werden kann. Positiv dagegen fällt die geringe Vignettierung auf. Gleichsam nimmt beim Abblenden auch der Kontrast zu, der bei diesem Objektiv bei Offenblende über den gesamten Brennweitenbereich sehr flau ausfällt. Chromatische Abberationen sind besonders am Rand zu erkennen halten sich aber in Grenzen. In Anbetracht der großen Spannweite die das Objektiv abdeckt, ist die Bildqualität im allgemeinen als befriedigend zu bezeichnen. Das beim Einsatz eines derartigen Objektives Abstriche in Punkto Bildqualität zu machen sind, ist unvermeidbar und muss einem klar sein wenn man ein derartiges Objektiv einsetzen möchte.
Der Bildstabilisator des Tamron 18-270mm arbeitet sehr zuverlässig und gleicht in vielen Aufnahmesituationen die mangelnde Lichtstärke aus. Allerdings kommt man gerade bei den langen Brennweiten und der geringen Lichtstärke trotz Stabilisator oft nicht umher auch die Empfindlichkeit zu erhöhen um überhaupt noch aus der Hand fotografieren zu können. Darunter leidet die Bildqualität und insbesondere die Schärfe noch einmal, was gerade bei Aufnahmen mit vielen Details sichtbar wird (siehe Beispielaufnahme mit ISO 1600). Der Autofokus arbeitet bei guten Lichtverhältnissen schnell und präzise über den gesamten Brennweitenbereich. Bei weniger guten Lichtverhältnissen braucht er häufig einige Korrekturschritte. Wenn es hier schnell gehen muss ist man häufig mit der manuellen Scharfstellung besser beraten.
Fazit
Wer mit Abstrichen in Punkto Bildqualität leben kann, der deckt mit dem Tamron AF 18-270mm so ziemlich jede Aufnahmesituation inklusive den Nahbereich ab. Das Objektiv ist dabei natürlich nicht mit einem Makroobjektiv vergleichbar, liefert aber gute Resultate. Im allgemeinen reicht die erzielbare Bildqualität für gute Papier-Prints bis A4 vollkommen aus, Mankos werden erst bei größeren Ausbelichtungen, bei Ausschnittvergrößerungen oder einem Blick mit der Bildbearbeitungslupe ins Foto sichtbar. Wer den Objektivwechsel bspw. im Urlaub scheut oder einfach nur ein Objektiv im Gepäck haben möchte, der ist mit dem Tamron AF 18-270mm gut bedient. In Anbetracht der Ausstattung mit Bildstabilisator und dem riesigen Zoombereich bietet das Tamron AF 18-270mm F/3,5 -6,3 Di II VC LD Aspherical [IF] Macro zudem ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.
| Tamron AF 18-270mm F/3,5 -6,3 Di II VC LD [IF] Macro | |
|---|---|
| Brennweite | 18-270mm |
| Objektivkonstruktion | Gruppen - Elemente 13 - 18 |
| Bildwinkel | 75-6 |
| Anzahl der Blendenlamellen | 7 |
| Kleinste Blende | F22 |
| Mindestabstand | 0,49m |
| Max Abbildungsmaßstab | 1:3,5 |
| Filtergewinde | 72mm |
| Gegenlichtblende | im Lieferumfang enthalten |
| Anschlüsse | Nikon / Canon |
| Abmessungen in mm (Durchmesser x Länge) |
79,6 x 101 |
| Gewicht | ca. 550g |
| Preis | ca. 500.- Euro |
| Besonderheiten | Bildstabilisator „Vibration Compensation“ (VC) |
| Alle Angaben ohne Gewähr | |
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