Neben einem Standardzoom das die am häufigsten genutzten Brennweitenbereiche abdeckt, packen sich DSL-R Fotografen gerne noch ein Tele-Objektiv in die Kameratasche, dessen Brennweitenbereich in der Regel dort beginnt, wo die Brennweite des Standardzooms aufhört. Wer nicht sehr häufig im Telebereich fotografiert aber dennoch diesen Brennweitenbereich abdecken möchte, der schaut sich vielleicht auch nach einer günstigen Lösung um. Das Tamron AF70-300mm F/4-5.6 Di LD Macro ist so ein Objektiv. Kann es für einen Preis weit unter 200,- Euro etwas taugen? Wir hatten es an einer Canon EOS 50D/450D im Praxiseinsatz.
Ein Telezoom mit 70-300mm Brennweite welches zum Straßenpreis von rund 130,- Euro angeboten wird, da neigt man schnell zu der Meinung „Das kann doch nichts taugen“. Wir haben das bereits seit 2006 verfügbare Objektiv gekauft und es an einer zeitgemäßen Canon EOS 50D und an einer Canon EOS 450D über einen längeren Zeitraum in der Praxis getestet.
Das für APS-C und Vollformat-Sensoren geeignete Objektiv bietet an den EOS-Modellen einen Brennweitenbereich von umgerechnet 112-480mm. Nimmt man das Objektiv zum ersten Mal in die Hand fällt zunächst das geringe Gewicht von rund 435g auf. Bei der ersten Sicht- und „Tast-Prüfung“ macht das Objektiv keineswegs einen „billigen“ Eindruck. Es wurde zwar am Plastik nicht gespart, nicht verwunderlich bei dem Preis, aber die Verarbeitung ist keineswegs minderwertig.
Im Gegenteil, die Verarbeitung ist sehr gut. Der Zoomring ist griffig und nicht zu leichtgängig, so dass das Objektiv, hält man es nach unten, nicht von selber ausfährt. Auf eine Sperre hat Tamron wohl auch aus diesem Grund verzichtet. Wer manuell Fokussieren möchte findet einen griffigen relativ leichtgängigen Fokusring der gut bedienbar ist und ein präzises Scharfstellen ermöglicht. In unserem Fall hatte der Fokusring minimales Spiel, was sich allerdings nicht negativ auf das Einstellen auswirkte.
Für den Makrobereich bietet das Objektiv einen „Makro Switchover“ Mechanismus der im Brennweitenbereich von 180-300mm eine Naheinstellgrenze von 0,95m ermöglicht. So lässt sich ein Abbildungsmaßstab von 1:2 erzielen. Objekte mit einer Größe von ca. 5×7cm können so formatfüllend abgebildet werden. Der „Macroswitcher“ kann ab 180-300mm betätigt werden, dieser Bereich ist auf dem Objektiv gekennzeichnet. Das sollte man bedenken und nicht versuchen den Schalter mit zu großer Kraft zu betätigen, wenn das Objektiv nicht mindestens auf 180mm Brennweite eingestellt ist.
Angesetzt an der Kamera arbeitete der Autofokus präzise und zügig. Auch die Geräuschentwicklung hält sich in Grenzen. Mit einer Lichtstärke von F/4-5.6 ist das Objektiv nicht sonderlich lichtstark, was man in Anbetracht des Preises gut verstehen kann. Diese mangelnde Lichtstärke lässt sich in der Praxis aber sehr gut durch höhere ISO-Einstellungen und/oder den Einsatz eines Stativs ausgleichen. Mit beiden EOS-Modellen an denen wir das Objektiv im Einsatz hatten waren ISO-Einstellungen von 400-800 ISO kein Problem und wirkten sich kaum auf die Bildqualität aus, ermöglichten aber in den meisten Fällen problemlos Aufnahmen aus der Hand. Gespannt waren wir nach den ersten Fotos auf die Bildqualität und nach dem ersten Sichten der überwiegend im RAW-Format aufgenommenen Fotos angenehm überrascht.
Bildqualität
Die Qualität der Fotos ist über den gesamten Brennweitenbereich mehr als Akzeptabel und braucht sich hinter durchaus teureren Objektiven nicht zu verstecken. Auch die Schärfe ist sehr gut. Da das Objektiv nicht neu ist, wurde es auch schon häufiger getestet und es gibt zahlreiche Diskussionen in diversen Foren. Häufig ist von einem Leistungsabfall ab 200mm Brennweite die Rede. Das ist messtechnisch sicher eine belegbare Tatsache in der Praxis ist der Leistungsabfall aber keineswegs dramatisch und selbst bei 300mm Brennweite lieferte uns das Objektiv noch gute Fotos.
Ebenfalls ein häufiger Kritikpunkt ist die chromatische Aberration, Farbsäume (im Fall des Tamron Lila und Grün) die insbesondere bei Spitzlichtern im Bild auftreten können. Wir mussten diesen durchaus vorhandenen Abbildungsfehler provozieren, um ihn zu Gesicht zu bekommen (siehe Beispielfoto) bei allen anderen Testfotos die wir mit dem Objektiv im Lauf der Zeit aufgenommen haben, muss man diesen Abbildungsfehler bewusst, und im wahrsten Sinne des Wortes mit der Lupe, suchen. Bei den allermeisten Praxisfotos spielt dieser Abbildungsfehler keine große Rolle.
Im Grunde lässt sich das Fazit zum Tamron AF70-300mm F/4-5.6 Di LD Macro in einem Satz zusammenfassen. Das Objektiv bietet ein unschlagbares Preis- und Leistungsverhältnis. Wer nur gelegentlich in den Telebereich vordringt, keine Sport- oder Tierfotos für Hochglanzmagazine aufnehmen möchte und dennoch eine gute Bildqualität zu einem moderaten Preis erwartet ist mit dem Tamron AF70-300mm F/4-5.6 Di LD Macro sehr gut beraten. Auch der „Makromodus“ des Objektivs ist durchaus gut nutzbar und ermöglicht dem einen oder anderen den Einstieg in die Makrofotografie oder bringt ihn vielleicht auf den Geschmack. Natürlich kann sich die Linse auch hier nicht mit einem Makroobjektiv messen, liefert aber durchaus gute Ergebnisse. Das Objektiv bekommt von uns ob des hervorragenden Preis- und Leistungsverhältnis eine Kaufempfehlung. An dieser Stelle möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass wir das Objektiv nur an einer Canon EOS 50D so wie an einer EOS 450D getestet haben.
| Tamron AF70-300mm F/4-5.6 Di LD Macro |
|
|---|---|
| Brennweite | 70-300mm |
| Objektivkonstruktion | 13 Elemente in 9 Gruppen |
| Bildwinkel | 34°21’-8°15’ |
| Anzahl der Blendenlamellen | 9 |
| Kleinste Blende | F32 |
| Mindestabstand | 1,5m in normal Stellung / 0,95m im Makro Modus (f=180mm-300mm Bereich) |
| Maximale Vergrößerung | 1:2 (bei f=300mm MFD 0,95m) |
| Filtergewinde | 62 mm |
| Gegenlichtblende | wird mitgeliefert |
| Anschlüsse | Canon, Nikon, Konica Minolta AF-D, Pentax AF |
| Abmessungen in mm (Durchmesser x Länge) | ca. 76,6×116,5mm |
| Gewicht | ca. 435g |
| Preis | ca. 130,- Euro Straßenpreis |
| Markteinführung | Frühjahr 2006 |
| Alle Angaben ohne Gewähr | |
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März 22nd, 2009 at 12:04 pm
Würden Sie das Objektiv auch dem “SIGMA 70-300mm F4,0-5,6 DG Makro” (gleicher Preis) bevorziehen?
März 22nd, 2009 at 2:09 pm
wir haben das von Ihnen genannte Sigma-Objektiv nicht unmittelbar mit dem Tamron vergleichen können… Wäre aber eine gute Idee das in naher Zukunft noch nachzuholen.
März 22nd, 2009 at 7:54 pm
Ich habe das geteste Objektiv mit Sony Anschluss und bin bis jetzt recht zufrieden für den Preis.
Auch der Makro-Modus liefert brauchbare Ergebnisse.
Mai 24th, 2009 at 1:46 pm
Ich bin mit dem Tamron 70-300 zufrieden, …brauchte auf die Schnelle ein Teleobjektiv, …und der Preis war TOP, …kann ich jedem empfehlen, …nutze es an einer Nikon D90