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warenhaus-gum-i.jpgLeichter Einstieg

Seit Jahren auf das Nikon-System eingestellt, fiel mir der Umgang mit der Olympus E-420 wieder Erwarten leicht. Die Bedienung ist logisch und der Body macht einen grundsoliden Eindruck. Ebenso die beiden mitgelieferten Kit-Objektive. Das Zuiko Digital ED 14-42 1:3.5-5.6 ist zudem für ein Objektiv der Amateurklasse erstklassig gefertigt. Zoom- und Fokusring sind angenehm leichtgängig. Der servogetriebene manuelle Fokus ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Auch fehlen wie üblich in dieser Klasse eine Distanzanzeige und die Anzeige des Tiefenschärfebereiches. Das Bajonett ist leider nur aus Kunststoff gefertigt. Und das soll also ein (umgerechnet auf 35mm Film) 80-300er Telezoomobjektiv sein? Das Olympus Zuiko Digital ED 40-150 1:4.0-5.6 ist ein kompaktes Wunderwerk. Nicht ganz so solide wie das Standardzoom gefertigt, für diese Ojektivklasse jedoch überdurchschnittlich gut. Auch hier ist ein Kunststoffbajonettanschluss verbaut. Man mag zwar darüber geteilter Meinung sein, jedoch in meinem Ansinnen, Gewicht einzusparen ist dies durchaus annehmbar.

stalinistischer-zuckerbacke.jpgAufgrund der geringen Lichtstärke der beiden Kit-Objektive und weil es so klein und leicht ist, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, mir vor Antritt der Reise noch ein Olympus Digital 25mm 1:2.8 Pancake Objektiv zu kaufen. Die Neugier auf diese nur 95g leichte halbwegs lichtstarke Festbrennweite war zu groß. Vorweg – ich habe es nicht bereut und der kleine Schatz hat auf der Reise große Dienste geleistet. Noch ein Paar Akkus bei Ebay, eine kleine Kameratasche vom Grabbeltisch meines Händlers, die schon angeschafften Speicherkarten waren Gott sei Dank kompatibel – meine fotografische Reiseausrüstung war komplett. Inklusive Stativ bringt die Ausrüstung nun weniger als 2000g auf die Wage, also 1/3 des Gewichtes, des eingangs erwähnten Equipments. Beruhigend auch, im Falle einer Havarie wären „nur“ 1.000 Euro in den Sand gesetzt und schließlich bleibt die Option, nach der Reise, die gesamte Olympusausrüstung mit einem durchaus erträglichen Verlust wieder zu verkaufen.

u-bahn-station-kosomolskaya.jpgDie Reiseroute

Mitte Julei ging es dann endlich los. Zu viert hatten wir monatelang die Reise geplant. Vom Berliner Flughafen Schönefeld brachte uns ein Airbus der Aeroflot nach Moskau. Nach zweitägigem Aufenthalt sollte die Bahnfahrt Richtung Osten am Jaroslawler Bahnhof, dem KM 0 der Transsib starten. Vier Wochen lang würde uns die Reis, quer durch das größte Land der Erde, bis zum Endpunkt bei KM 9288 am Goldenen Horn in Wladiwostok führen. Die reine Bahnfahrzeit summiert sich auf 11 Tage und Nächte.

Geplante Stopps sollten sein, Krasnojarsk, mit knapp 1 Mio. Einwohner die drittgrößte Stadt Sibiriens, ein kleines Dorf in der westsibirischen Taiga namens Birjusa und Irkutsk, die Metropole der Baikalregion. Am Baikalsee war ein längerer Aufenthalt geplant. Von Irktusk startet die Fahrt mit einem Touristenzug auf der alten Baikalbahn entlang des Sees bis Port Baikal. Von dort mit eine Fähre über den einzigen Abfluss des Baikalsees, der Angara, nach Listwjaka, der, sollte es nach dem Willen der Bürgermeisterin gehen, künftigen Tourismusmetropole am Baikalsee. Ein Marschrutka, ein Minibus soll uns von dort Richtung Norden bis zur Fähre auf die größte Baikalinsel Olchon bringen. Dort ist dann eine einwöchige Pause geplant. Zurück in Irkutsk soll die Weiterfahrt auf der transibirischen Eisenbahnstrecke mit kurzen Aufenthalten in Ulan-Ude und Chabarowsk bis zum Endpunkt im Pazifikhafen Wladiwostok führen. Dann wird der letzte und wohl härteste Teil der Reise auf uns werten, fast 30 Stunden Rückreise über Moskau und Berlin bis ins heimatliche Hamburg. Doch dies lag noch buchstäblich in weiter Ferne.

gum-glasdach.jpgMoskau – ein Stadt der Superlativen

Mit deutlich über 10 Millionen Einwohnern die größte Metropole Europas. Am Nordrand des Stadtzentrums wachsen am Ufer der Moskwa seit Mitte der 90er Jahre, in der Moscow City, ein gutes Dutzend Wolkenkratzer in den russischen Himmel. In der warmen Jahreszeit pulsiert auf dem Roten Platz, im nahen Alexandergarten und auf der Flaniermeile Arbat das Leben. Auf einer Länge von 80 km strömt die Moskwa in weiten Bögen träge durch die Stadt..

Sicherlich, der Rote Platz mit den Türmen der farbenfrohen Basilius-Kathedrale auf der einen und den Kreml-Türmen auf der anderen Seite wurde schon millionenfach fotografiert. Die fotografische Herausforderung, ein besonderes Foto zu schießen ist nicht einfach. Weitere Highlights im Stadtzentrum sind neben dem Kreml, der jahrhunderte alten Stadtfestung, das Kaufhaus GUM, mit seinen beeindruckenden Hallen und langen Glasdächern und die Christ-Erlöser-Kathedrale, dem zentralen Gotteshaus der Russisch-Orthodoxen-Kirche. Der 103 m hohe Kuppelbau 1931 zerstört und im Jahr 2000 neu errichtet. Die Sieben Schwestern, sechs Hochhäuser (das siebte war geplant, wurde aber nie gebaut) im prachtvollen stalinistischen Zuckerbäckerstil sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken, Eyecatcher in jedem Stadtpanorama.

roter-platz.jpgDas größte beherbergt die Lomonossow-Universität, ein weiteres das russische Außenministerium, zwei der Häuser werden als Hotelanlage benutzt und die verbleibenden beiden dienen als luxuriöse Wohnhäuser der oberen Preisklasse. Ein fotografisches Muss ist die Moskauer Untergrundbahn. Die prachtvollen Stationen der Moskauer Metro auf der Ringlinie Kolzewaja, gleichen eher prunkvollen Palästen denn schnöden Zweckbauten. Zur Rushhour jagen die langen Züge im 45 Sekunden Takt durch den Untergrund. Mit jährlich 3 Milliarden Fahrgästen ist die Moskowskoje Metro das wohl weltweit effizienteste Nahverkehrssystem. Fotografieren indes ist nicht einfach – zum einen ist es aus Sicherheitsgründen nicht erwünscht, zum anderen ist das Benutzen eines Stativs wegen der stetig fließenden Fahrgastströme unmöglich. Dennoch sind mir mit dem kleinen, leichten Pankace-Objektiv einige Aufnahmen der Unterirdischen Kathedralen gelungen.

Viele gute Vorsätze bezüglich meines fotografischen Vorgehens in der Russischen Hauptstadt, musste ich schon nach ganz kurzer Zeit über Bord werfen. Zum einen hatte die Geduld meiner nicht fotografierenden Mitreisenden Grenzen, zum anderen waren 2 ½ Tage Aufenthalt rückwirkend betrachtet doch sehr knapp bemessen. So fühlte sich dieser Teil der Reise auch ein wenig wie ein Foto-Marathon an. (Text und Fotos Matthias Krüttgen/gh/www.digiklix.de)

Teil 2 “Russland Four-Thirds - Mit der Olympus E420 von Moskau durch Sibirien nach Wladiwostok” finden Sie HIER.

Teil 3 “Russland Four-Thirds - Mit der Olympus E420 von Moskau durch Sibirien nach Wladiwostok” finden Sie HIER.


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