Im ersten Teil dieser Artikelserie sind wir auf einfache Lösungen eingegangen, die es ermöglichen kleine Gegenstände mit wenig Zeit- und Kosten-Aufwand wirkungsvoll in Szene zu setzen. In diesem zweiten Teil geht es um das professionellere Makrostudio, welches häufiger zum Einsatz kommen soll und um die Beleuchtung die Ihre Produkt- oder sonstigen Makro-Fotos im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht rückt.
Den ersten Teil dieser Artikelserie finden Sie HIER.
Das „Profimakrostudio“ unterscheidet sich von den vorgenannten Lösungen in erster Linie in der Größe der Aufnahmefläche und der zur Verfügung stehenden Beleuchtung, dem zur Folge kostet es in der Regel auch mehr Geld. Grundsätzlich bleibt das Prinzip gleich. Man benötigt einen Hintergrund mit Hohlkehle, den spezielle Aufnahmetische in den unterschiedlichsten Ausführungen zur Verfügung stellen. Zum einen bieten diese größeren Aufnahmetische auch mehr Grundfläche für Motive an, als die kleineren Ausführungen und und zum anderen besteht in der Regel auch die Möglichkeit eine Transparente Hintergrundplatte bspw. von hinten und unten zu durchleuchten, wodurch sich weitere Gestaltungsmöglichkeiten ergeben. Zudem lassen sich an vielen dieser “Profilösungen” Lampen und Blitze befestigen oder werden gleich im Set mit dem Tisch angeboten.
Abbildung oben: Ein professioneller Aufnahmetisch mit Tageslichtleuchten von Kaiser Fototechnik. Für eine derartige Lösung muss Platz vorhanden sein und sie belastet den Geldbeutel je nach Ausführung mit 200-400 Euro und mehr. (Abbildung: Kaiser Fototechnik)
Des Weiteren lassen sich durch spezielle Konstruktionen Objekte aufhängen oder bedingt durch die Grundfläche auch größere Tabletop-Aufbauten realisieren so wie Experimente bspw. mit Wasser (Tropfenbilder) komfortabler umsetzen. Eine solche Lösung bietet sich an, wenn man den Platz hat einen größeren Aufnahmetisch dauerhaft z.B. im Hobbyraum aufgebaut stehen zu lassen und wenn man häufig Motive in diesem “Ministudio” fotografiert. Ist ein solches Makrostudio perfekt eingerichtet, können sich daraus für den Fotografen auch diverse Einnahmequellen ergeben. Produktfotos bspw. für Kataloge, Internetseiten oder Pressemitteilungen lassen sich realisieren.
Lichtquellen für kleine Objekte
Je nach Größe eines Objektes kommt zur Beleuchtung im Makrobereich bereits eine Taschenlampe in Frage. Grundsätzlich gilt, jede Tages- oder Kunstlichtlösung ist in der Regel besser zur Beleuchtung kleiner Objekte geeignet, als der interne Blitz der Kamera. In den allermeisten Aufnahmesituationen sollten Sie im Nahbereich auf den internen Kamerablitz verzichten. 
Die Beleuchtung für Makrofotos muss nicht teuer sein. Derartige Halogenlampen mit Tageslichtcharakter sind im Handel (z.B. bei EBay) für um die 10Euro erhältlich. Mit zwei solcher Lampen lassen sich kleine Dinge bereits sehr gut ausleuchten.
In der Regel schießt der Blitz im Nahbereich über das Ziel hinaus oder Blitz die gesamte Szene „kaputt“. Das gilt insbesondere für die eingebauten Blitze der meisten Kompaktkameras. Wenn geblitzt wird, sollte dies immer indirekt geschehen was entweder ein Systemblitzgerät oder eine externe Blitzlösung voraussetzt.
Auch wenn Ihre Kompaktkamera nicht die Möglichkeit anbietet ein zusätzliches Blitzgerät einzusetzen, müssen Sie darauf nicht verzichten. Entweder bedient man sich eines Blitzauslösers mit lichtempfindlichem Sensor (etwa 15-20Euro), welcher es ermöglicht ein Blitzgerät zeitgleich mit dem kamerainternen Blitz auszulösen oder greift auf einen Studioblitz zurück, welcher einen solchen Sensor bereits eingebaut hat. Damit der Kamera-Blitz dabei nicht trotzdem die Szenerie überbelichtet oder Spiegelungen verursacht, kann er abgeklebt werden, so dass die Leistung noch ausreicht um den externen Blitz auszulösen. Man kann ihn auch mit einem Hilfsmittel z.B. einer Pappe oder mit der Hand gegen die Decke abschirmen. Wichtig dabei ist, dass sich der Vorblitz an der Kamera abschalten lässt, oder eine externe Blitzlösung den Vorblitz ignoriert, wie es einige Studioblitze von Haus aus können.
Seiten: 1 2




Beitrag kommentieren