Die Stereofotografie, also das Ablichten eines Motivs in 3D, ist leider ein stiefmütterlich behandeltes Teilgebiet der Fotografie. Obwohl dreidimensionale Bilder jeden Betrachter faszinieren, werden selten welche aufgenommen. Das könnte sich ändern, wenn das Aufnehmen der Bilder mit einer Digitalkamera vereinfacht wird. Die japanische Kamera-Herstellervereinigung CIPA scheint sich dahingehend ernsthaft zu bemühen.
Abbildung oben: Russische Stereokamera (FED) aus den 80er-Jahren (Foto gh)
Wahrscheinlich liegt das mangelnde Interesse an der Stereofotografie daran, dass zum Erstellen und auch zum Betrachten der Fotos ein höherer Aufwand betrieben werden muss, als dies bei Flachbildern der Fall ist. Seit der Erfindung der Stereofotografie –etwa zeitgleich mit der Flachbildfotografie- hat dieses Teilgebiet der Fotografie immer wieder Höhen und Tiefen durchlaufen.
Wie es aussieht, wenn man aus zwei digitalen Kameras eine vollwertige Stereokamera baut zeigt die Firma RBT Raumbildtechnik GmbH, die seit Jahren auf den Kamera-Umbau spezialisiert ist. Die RBT 3-D D4II i bspw. ist eine Stereokamera auf Basis zweier Nikon Coolpix P5100 Kameras.
Die japanische Kamera-Herstellervereinigung CIPA hat nun ein so genanntes Whitepaper veröffentlicht, dass sich mit der Standardisierung eines Stereobildformates für Digitalkameras beschäftigt. Es könnte also gut möglich sein, dass eine „Stereobildfunktion“ künftig eine Rolle in neuen Digitalkameras spielen wird. Denkbar ist ein Modus wie ihn bspw. einige Pentax-Digitalkameras bereits jetzt anbieten, der es ermöglicht ohne zusätzliche Hilfsmittel Stereofotos zu erstellen. Schaut man sich das White-Paper genauer an, wäre auch ein „Modus“ denkbar der einen so genannten Strahlenteiler voraussetzt.
Ein Strahlenteiler wird vor das Objektiv gesetzt und sorgt über ein Spiegelsystem dafür, dass zwei Bilder des gleichen Motivs etwa im Augenabstand aufgenommen werden. Dieser Versatz der Fotos ist erforderlich, damit beim Betrachten der Fotos durch ein so genanntes Stereoskop räumliche Tiefe zu erkennen ist. Pentax hat auch hier noch aus den Tagen der Analogfotografie das benötigte Equipment, ausgelegt auf Kleinbilddias, im Programm. Das Pentax-Stereoadapterset ermöglicht es recht einfach und qualitativ ansprechend Stereofotos aufzunehmen und als Kleinbilddia zu betrachten. In Zeiten der Digitalfotografie käme hier zum Betrachten eher ein Stereoskop für ausgedruckte Fotos in Frage, auch wenn es zahlreiche weitere Betrachtungsmöglichkeiten für Stereofotos gibt. Der Pentax-Srahlenteiler lässt sich allerdings auch an Digitalkameras adaptieren.
Man kann vermuten, dass in der Pentax Führungsetage jemand sitzt, der selber ein Faible für die Stereofotografie hat, anders ist es nicht zu erklären das Pentax diese Funktion schon sehr früh in Digitalkameras implementiert hat. Man kann nur hoffen dass der neue CIPA-Entwurf auch andere Hersteller (wieder) auf den Zug aufspringen lässt, denn die Stereofotografie ist faszinierend!
Auf Digiklix.de finden Sie bei Interesse einen recht ausführlichen Zweiteiler zum Thema Stereofotografie HIER.
Weiterführende externe Links:
http://www.cipa.jp/english/
White-Paper als PDF (auf der CIPA-Webseite)





August 2nd, 2009 at 9:46 am
Die Entwicklungen sind jetzt einen Schritt weiter. Die Firma FujiFilm hat eine digitale Stereocamera auf den Markt gebracht mit dem das Aufnehmen von Stereobildern zum Kinderspiel wird. Auch gibt es mittlerweile Bildbetrachter, bei denen keine 3D Brille mehr benötigit wird, um die Bilder räumlich darzustellen. So können nun auch die Gäste im Haus problemlos unsere 3D Fotos “nebenbei” betrachten. Das ist ein großer Schritt in der Entwicklung. Weitere Informationen zu technischen Entwicklung in Sachen 3D findet man auf der Webseite http://www.3d-tec.info .