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einstellringe.JPGPeleng how to

Einige der aktuellen digitalen Spiegelreflexkameras verschmähen manuelle Objektive. Bei unserer D300 ist dies zum Glück nicht der Fall. Auch funktioniert die Belichtungsmessung mehr oder weniger gut, doch dazu später mehr. Der Objektivadapter samt Objektiv sind Passgenau, das Objektiv sitzt plan auf dem Bajonett und die Verriegelung rastet sauber ein. Da keinerlei Daten zwischen Kamera und Objektiv ausgetauscht werden können, funktioniert die Nikon nur im manuellen Modus oder mit der Blendenvorwahl (A). Wir entschieden uns überwiegend für die zweite Möglichkeit. Mit Ausnahme der Belichtungsmessung ist von nun an ein wenig Handarbeit angesagt. Bei einer Brennweite von nur 8mm darf man davon ausgehen, dass die fehlende Autofokus Funktion in der Praxis unbedeutend ist, und tatsächlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass ab Blende 8 bei einer Entfernungseinstellung auf 2m selbst Staubkörner auf der Frontlinse scharf abgebildet werden. Nur bei Aufnahmen im Nahbereich muss man entsprechend eingreifen.

080209-1621mk.jpgDie Hypervokale Distanz liegt bei Blende 4 bei 95cm, bei Blende 5,6 bei 67 cm, bei Blende 8 um die 50 cm, bei Blende 11 unter 40 cm und bei Blende 16 gar bei ungefähr 28 cm. In der Praxis kann man das Fokussieren getrost sparen und bei gängigen Blendenwerten die Entfernungseinstellung zwischen 1 und 2 Metern belassen, die Fotos werden garantiert scharf. Die besten Ergebnisse erzielten wir, indem wir das Peleng auf Blende 8 oder 11 abblendeten. Bei größeren Blendeöffnugen war das Bildergebnis, besonders zu den Rändern hin, recht weich, bei Blende 16 wurde aufgrund der winzigen (fast nicht mehr sichtbaren) Blendenöffnung eine deutliche Beugungsunschärfe sichtbar. Ein nettes Feature ist der zwischen dem Blenden- und dem Fokusring sitzende „Lock“ Ring. Ist das Objektiv abgeblendet, dann fällt nur noch recht wenig Licht durch den Sucher. Mit einem kurzen Dreh an diesem Einstellring kann man die Blende schnell ganz öffnen und bei maximaler Sucherhelligkeit den Motivausschnitt wählen.

080229-1315mk_2.jpgVor dem Auslösen muss der Ring natürlich wieder zum gegenüberliegenden Anschlag gedreht werden, damit die Blende auf den vorgewählten Wert schließt. Die zur Blendenöffnung passende Belichtungszeit misst die Kamera über das durch die Linse einfallende Licht. Leider mussten wir feststellen, dass dies nicht immer sehr zuverlässig geschieht. Der riesige Bildwinkel mit seinen im Allgemeinen extremen Kontrasten überfordert zum einen fast jedes Aufzeichnungsmedium, zum anderen auch den Belichtungsmesser. Wir empfehlen daher nach Möglichkeit immer Belichtungsreihen zu schießen und später das beste Foto auszuwählen. Dank Digitaltechnik , kann man dies oftmals gleich vor Ort auf dem Kameradisplay beurteilen.

Die Bilder

Wer noch nie durch ein Fisheye-Objektiv geschaut hat, der wird zunächst einmal entzückt sein. So viel Landschaft hat das Auge noch nie auf einen Blick erfasst. Natürlich – die Schuhspitzen, die Kameratasche, gegebenenfalls das Stativbein und der Jackenärmel sind auch im Blickfeld. Es bedarf schon einer gewissen Übung, den Bildausschnitt so zu wählen, dass unerwünschtes später auf dem Foto nicht zu sehen ist – oder aber, man lässt diese Dinge geschickt in die Bildgestaltung einfließen. Näher ran, oder gar rein, ist oftmals die Devise. Nahe Objekte werden im Verhältnis zum Hintergrund extrem groß dargestellt.

080229-1316mk.jpgDer Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt. Wissen sie wie die Welt aus ihrem Kühlschrank oder ihrer Backröhre heraus aussieht? Probieren sie es aus! Konstruktionsbedingt verzeichnen Fisheye-Objektive extrem stark, Linen die nicht durch die Bildmitte laufen werden gekrümmt. Setzen sie diesen Effekt bewusst ein und unterstützen sie damit ihre Bildaussage. Das Peleng bildet auf einem Vollformat-Film (Sensor) ein Kreisrundes Bild ab. Da die D300 einen Sensor im APS-C Format besitzt, wird nicht der volle Bildausschnitt auf dem Sensor abgebildet, sondern nur ein Ausschnitt aus der Bildmitte.

080315-1453mk.jpgDies führt dazu, dass die vier Bildecken dunkel werden. Leider mussten wir auch feststellen, dass sich im Randbereich starke Farbsäume bilden. Sie können den Effekt in der Bildbearbeitung unterstreichen und die Ränder weiter Abdunkeln, oder aber die dunklen Ecken wegschneiden. In diesem Fall schrumpft der nutzbare Blickwinkel jedoch von 180° auf ca. 150°. Sinnvollerweise planen sie den späteren Beschnitt bereits bei der Aufnahme mit ein.

Fazit
Das Peleng ist ein excelent verarbeitetes Objektiv. Die Abbildungsqualität kann in der Bildmitte durchaus mit anderen handelsüblichen Optiken mithalten. Zum Bildrand hin lässt konstruktionsbedingt die Bildqualität stark nach. Wenn sie experimentierfreudig sind und ihnen eine Nachbearbeitung am Computer Freude macht, können sie ihr kreatives Potential zum günstigen Preis erweitern. Uns hat der Test eine angenehme Abwechslung in den fotografischen Alltag gebracht und darüber hinaus, ein kleines Peleng findet in jeder Fototasche noch ein Plätzchen. (Text und Fotos: Matthias Krüttgen)

Weiterführende externe Links:
Hersteller ( www.belomo.by)
Eine mögliche Bezugsquelle:
http://www.rugift.com/photocameras/nikon_cameras_lenses.htm


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