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Aufnahmetechnik geschickt einsetzen

Im Bereich der Portraitfotografie arbeitet man in der Regel mit sehr großen Blenden (die Blendenzahl ist klein). Mit Blenden von etwa f/1.4 bis f/5,6 stellen Sie in der Regel sicher eine geringe Schärfentiefe zu erzielen. Das heißt, die Person ist scharf abgebildet und der Hintergrund wird unscharf dargestellt. Dieser Effekt ist allerdings stark abhängig von der verwendeten Kamera. Kameras mit einem kleinen Bildsensor (Kompaktkameras) erzielen selbst bei relativ großen Blenden eine höhere Schärfentiefe, als Modelle mit größerem Sensor. Große Blenden erfordern ein genaues Scharfstellen, insbesondere wenn mit DSLR-Kameras gearbeitet wird. kinder11_digiklixde.jpgDie Schärfe bei Porträts sollte in der Regel immer auf den Augen liegen. Der Bildausschnitt, Schärfeverlauf etc. ist auch immer von der eingesetzten Brennweite abhängig. Als gute Portraitbrennweite kann man einen Bereich zwischen etwa 50-135mm auf Kleinbild umgerechnet bezeichnen. Eine Brennweite unter etwa 35mm und über 200mm ist für die Portraitfotografie ungeeignet, da diese Brennweiten das Gesicht zu stark verzeichnen und unnatürlich aussehen lassen. Da die meisten Kameras mit einem Zoomobjektiv ausgestattet sind, gilt es hier etwas zu experimentieren aber unbedingt den Weitwinkelbereich unter 35mm zu meiden. Fotografieren Sie spielende Kinder, kann auch eine sehr lange Brennweite gewählt werden, ohne dass sich dies Negativ auf die Aufnahme auswirkt.

kinder15_digiklixde.jpgBildgestaltung für echte Hingucker

Zur Bildgestaltung kann man nur Anhaltspunkte liefern. Es gibt eigentlich keinen Ausschnitt, keine Perspektive, die nicht wirken würde wenn man Sie gekonnt mit Schärfe, Bewegung oder dem Bildhintergrund kombiniert. Besonders ungewöhnliche Perspektiven oder das Verlagern der Schärfe etc. machen oft den Reiz eines Fotos erst aus und beeindrucken den Betrachter. Hier gilt es zu experimentieren. Dennoch gibt es ein paar grundlegende Gestaltungsmittel, die man sich verinnerlichen kann.

Diese Gestaltungsmittel sind nun keine, die nur für die Kinderfotografie gelten, sondern auch bei der Fotografie von Erwachsenen Gültigkeit haben auch wenn es hier und da bildgestalterische Ausnahmen gibt. Kinder fotografiert man nie von oben herab, das lässt sie unterwürfig, klein und verletzlich erscheinen. In der Regel fotografiert man Kinder immer auf Augenhöhe oder nur leicht angewinkelt von unten nach oben oder umgekehrt. Fotografiert man von unten nach oben, kann man Stolz und Überlegenheit, besonders bei Kindern aber auch Frechheit und Witz hervorheben. In der Regel sollte das Model direkt in die Kamera sehen um mit seinen Blicken, die Blicke des Betrachters auf sich zu lenken. Gerade bei Kindern kann es aber auch sehr interessant sein, wenn die Blicke in eine andere Richtung schweifen, wenn der Blick verträumt oder interessiert wirkt. Diese Wirkung verstärkt man, durch Raum in Blickrichtung. Blickt ein Kind zu einer Bildseite, die näher zur Blickrichtung liegt, kann die gesamte Bildwirkung verloren gehen. Lassen Sie auf dem Foto immer genügend Platz in Blickrichtung und sorgen Sie für einen ruhigen Hintergrund. Will man Kinder ganz aufs Foto bekommen, z. B. bei der Einschulung mit Schultüte in der Hand gilt der Grundsatz, nie die Person in die Bildmitte zu setzen. Verlagern Sie ihr Model zur Seite, allerdings hier auch nicht soweit, dass das Kind ganz knapp am Rand steht. Achten Sie auch bei Ganzkörperaufnahmen auf die Blickrichtung des Kindes.

kinder12_digiklixde.jpgVieles lässt sich heute am PC mittels Bildbearbeitung korrigieren, verbessern oder auch gänzlich verändern. Achten Sie aber schon bei der Aufnahme darauf ein gelungenes Foto in den Kasten zu bekommen. Mit der Bearbeitung machen Sie dann einfach noch mehr da raus. Ein sehr interessantes Gestaltungsmittel ist die Schwarz-Weiß-Fotografie. Viele Kameras bieten die Option an, direkt in Schwarz weiß zu fotografieren. Der bessere Weg ist in der Regel der, ein Farbfoto nachträglich in Graustufen umzuwandeln. Besonders bei Fotos von Kleinkindern können Sie mit einem Schwarz-Weiß-Bild bspw. Hautrötungen Kaschieren. Im Allgemeinen wirken Schwarzweißfotografien oft ansprechender, als Farbfotos. Probieren Sie einfach aus, ob Ihre Lieblingsfoto in Schwarz weiß nicht noch besser wirkt als in Farbe.

Fazit

Beachten Sie ein paar grundlegende Dinge bei der Aufnahme, werden Ihre Kinderfotos zu einem echten Hingucker. Über das „och ist das süß“ hinaus, werden Sie vielleicht auch zu hören bekommen „tolle Fotos“. Wenn Sie ein wenig Aufwand betreiben, werden Sie zukünftig auch keine Fotos aus dem professionellen Studio mehr an der Wand hängen haben, sondern nur Ihre Eigenen. Nicht dass Sie in einem Fotostudio keine qualitativ hochwertigen Fotos bekommen würden, spezielle Momente und Situationen, Emotionen und Gefühle Ihrer Kinder, können nur Sie einfangen, dazu ist im Foto-Studio in der Regel keine Zeit. (gh/Digiklix.de, alle Fotos Copyright Gordon Hölsken)

Hier finden Sie den ersten Teil “Kinder Fotografieren – So gelingen Ihnen ausdrucksstarke Kinderfotos”

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5 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Kerstin:

    Toller Artikel und vor allem sehr schöne Fotos. Werde versuchen bei meinen nächsten Fotos ein paar Tipps umzusetzen.

    Kerstin

  2. Tam:

    Kann ich mich nur anschließen, sehr schöne Fotos und gute Tipps.

    Tam

  3. Andrey:

    Das tollste ist das erste Bild, einfach Klasse! :)

  4. Rolf:

    Tolle Kinderfotos zeigen Sie hier, Hut ab!

    Und ein paar Tipps habe ich auch noch mitgenommen, obwohl ich schon gut 40 Jahre Fotografiere (Schule, Kindergarten, Studio)

    Schöne Grüße Rolf

  5. C.H.:

    Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, guter Beitrag und sehr schöne Fotos. Besonders das mit der Nikon Kamera ist sehr stark!

    Chris

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