(Foto: Matthias Krüttgen)
Tipps für Schlechtwetter-Fotos
Eine Schema F für das Fotografieren bei schlechtem Wetter gibt es nicht, wir können Ihnen allerdings ein paar Tipps geben. Die größte Herausforderung bei schlechtem Wetter ist die richtige Belichtung. Die Kameraautomatik ist mit den vorherrschenden Lichtverhältnissen oft überfordert und es kommt nicht selten zu Fehlmessungen. Bietet Ihre Kamera die Möglichkeit an, sollten Sie entweder die mittenbetonte Integralmessung oder die Spot-Messung nutzen.
Die mittenbetonte Integralmessung „orientiert“ sich an der Gesamthelligkeit des Motivs. Mittels mehrerer Messpunkte wird die Helligkeit ermittelt, die Werte aus dem mittleren Bildbereich werden stärker gewichtet als die Messwerte um den mittlerer Kreis herum. Visiert man also ein zentrales Motiv an, z. B. eine Person, wird die Person in der Regel richtig belichtet, auch wenn der Hintergrund sehr helle oder dunkle Bereiche beinhaltet.
Die mittenbetonte Integralmessung bietet sich für die meisten Standardaufnahmesituationen an und ist besonders dann gut geeignet, wenn keine Zeit bleibt, um sich über die Belichtung viele Gedanken zu machen.
Tipp: Viele Kompaktkameras arbeiten standardmäßig mit der mittenbetonten Integralmessung und weil diese Tatsache nicht bedacht wird, kommt es häufig zu Fehlbelichtungen, besonders dann, wenn das Hauptmotiv nicht im Bildzentrum liegt. Wollen Sie hier das Hauptmotiv, z. B. eine Person, korrekt belichten, visieren Sie die Person zunächst mittig an und messen dann die Belichtung durch einen leichten Druck auf den Auslöser. Halten Sie den Auslöser halb gedrückt (Messwertspeicherung) und richten Sie die Kamera wie gewünscht aus und drücken dann den Auslöser durch.
(Foto: Matthias Krüttgen)
Die Spotmessung
Die Spotmessung ist die flexibelste Messart und gerade bei schlechtem Wetter lassen sich mit etwas Übung mit ihr die besten Ergebnisse erzielen. Bei der Spotmessung wird nur ein kleiner Bereich des Bildfeldes gemessen und zur Belichtungsermittlung herangezogen. Eine Spot- oder Selektivbelichtungsmessung findet sich nicht mehr nur in DSLR oder Bridgekameras, auch viele Kompaktkameras sind mittlerweile mit dieser sinnvollen Messtechnik ausgestattet.
Warum ist diese Messart nun so interessant? In sehr vielen Motiven ist ein Motivbereich zu finden, der dem „Normmotiv“ entspricht, also ein mittlerer Helligkeitswert. Trifft man mit der Spotmessung diesen Punkt, wird das Foto in der Regel optimal belichtet. Das Problem dabei ist es, diesen mittleren Helligkeitswert zu erkennen. Das ist gar nicht so einfach. Liegt man falsch und misst einen zu hellen oder zu dunklen Punkt an, ist die Folge wiederum eine Fehlbelichtung. Der Umgang mit der Spotmessung erfordert etwas Übung und es macht Sinn, mit dieser Belichtungsmethode zu experimentieren. Wählen Sie ein Motiv aus und messen unterschiedliche Bildpunkte an, machen Sie sich Notizen zu den angemessenen Bildstellen und begutachten Sie Ihre Fotos später am PC. So können Sie Erfahrung sammeln und die Spotbelichtungsmessung sinnvoll einsetzen.
Auch wenn man es nicht direkt sieht, zum Zeitpunkt dieser Aufnahme schneite es heftig. Das rote Licht im Vordergrund stammt von den Rücklichtern eines Autos. (Foto: Gordon Hölsken)
Belichtungsreihen
Auf Nummer sicher gehen Sie mit sogenannten Belichtungsreihen. Entweder Sie fertigen diese Belichtungsreihen von Hand an oder Sie nutzen die Bracketing-Funktion der Kamera, wenn sie eine solche anbietet. Wird die Bracketing-Funktion zugeschaltet, nimmt die Kamera eine Reihe von Bildern mit jeweils unterschiedlichen Belichtungseinstellungen auf. Der Vorteil bei einer Belichtungsreihe, die Sie händisch anfertigen, ist allerdings der, dass Sie hier auch unterschiedliche Messpunkte einstellen können. Mit ein wenig Übung sollten 5-6 Fotos mit unterschiedlichen Einstellungen vom gleichen Motiv ausreichen, um ein optimal belichtetes Foto auf die Speicherkarte zu bannen.
Fazit
Das Fotografieren bei schlechtem Wetter erfordert sicher einen höheren Aufwand als bei strahlendem Sonnenschein. Dafür können Sie bei schlechten Wetterbedingungen ungewöhnliche und nicht alltägliche Fotos aufnehmen. Ein wenig Vorbereitung, ein geeigneter Schutz für die Kamera und für den Fotografen und einem Fotoshooting bei Regen oder Schnee steht nichts im Wege. (Gordon Hölsken/www.digiklix.de)
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Grundlagen und Artikel, News 2 Kommentare »






Oktober 14th, 2007 at 3:23 pm
[...] Himmel. Dass man daraus als Fotograf aber auch seinen Nutzen ziehen kann, zeigt und ein Beitrag auf Digiklix und gibt auch gleich noch sehr nützliche Hinweise, wie man sein teueres Equipment vor Regen [...]
Oktober 14th, 2007 at 10:55 pm
Ein sehr gut gelungener Artikel, welcher hoffentlich einige Schlechtwettermuffel mit ihrer Kamera auf die Straße treibt. Vielen Dank für einen so tollen Artikel.