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idee_bild1.jpgOft zieht man mit der Kamera los, ohne ein bestimmtes Motiv oder eine fotografische Idee im Kopf zu haben. Es entstehen eher zufällig, mehr oder weniger gute Fotos. Eine andere Herangehensweise ist die, genau zu wissen was man fotografieren möchte und eine gewisse Bildidee im Kopf zu haben. In diesem ersten Teil erfahren Sie, wie wir das Foto für unsere Bildidee in den „Kasten“ gebracht haben und im zweiten Teil erfahren Sie, wie das Foto weiterverarbeitet wurde.

Teil 2 “Alles im Fluss – Von der Idee zum Bild” finden Sie hier.

Was Sie für diese, bzw. ähnliche Aufnahmen brauchen

  • Im Idealfall eine Kamera mit der Möglichkeit Verschlusszeit und Blende manuell einstellen zu können.
  • Eine geeignete Location.
  • Ein Stativ, welches sich in Bodennähe platzieren lässt (alternativ ein Stein oder Holzbrett als Stativersatz)
  • Ein Graufilter (z.B. B+W Graufilter 102 (4x), ND 0,6). Ein Graufilter ist nicht unbedingt erforderlich wenn es am Aufnahmeort dunkel ist (Wald).
  • Hilfreich kann zudem eine wasserfeste Unterlage sein, um das Motiv im Liegen anvisieren zu können.
  • Die Bildidee

    Fließendes Wasser hat einen besonderen Reiz wenn es mittels Langzeitbelichtung fotografiert wird. Je nach Belichtungszeit stellt sich ein „Effekt“ ein, der das Wasser sanft milchig bzw., nebelig erscheinen lässt. In Kombination mit einem natürlichen Umfeld, einem Bachbett, Steinen, Blättern, Bäumen oder anderen Pflanzen, lassen sich so sehr stimmungsvolle Naturaufnahmen realisieren. Derartige Fotos kommen beiidee_bild1.jpg den meisten Betrachtern sehr gut an und eignen sich u.a. für den großformatigen Ausdruck oder als Ausgangsmaterial für einen Leinwanddruck.

    Um derartige Aufnahmen in den Kasten zu bekommen ist kein großer Fluß mit reißender Strömung erforderlich, ein kleiner Bach reicht aus. Idealerweise fotografiert man im Bachlauf Stellen mit etwas Gefälle, oder auch direkt an einem kleinen Wasserfall. Hier kommt der Effekt der sich bei der Langzeitbelichtung einstellt besonders gut zur Geltung. Das Ergebnis unserer Planung ist das Einstiegsfoto zu diesem Artikel.

    Auf Fototour im Wald

    Nachdem wir uns schon ein paar Tage zuvor eine geeignete Stelle im Wald ausgesucht hatten, machten wir uns auf den Weg zum Aufnahmeort. Im Gepäck hatten wir eine Nikon D40 (einen Test dieser Kamera finden Sie hier), ein Gorillapod SLR (auch dieses Stativ haben wir bereits getestet) und eine Regenjacke als Unterlage, um das Motiv im Liegen anvisieren zu können ohne dabei nass zu werden. An der Aufnahmestelle angekommen, ist es zunächst wichtig sich ein Bild über die Lichtverhältnisse zu machen bzw. zu ermitteln welche Kameraeinstellungen für die Aufnahme erforderlich sind. Um lange Belichtungszeiten auch bei Tageslicht zu erzielen benötigt man entweder ein Graufilter, oder man sucht sich eine Stelle im Wald aus, die durch Bäume bereits abgedunkelt ist. Ist es dazu noch ein Tag mit bedecktem Himmel kann man oft auf den Einsatz eines Graufilters Verzichten. Am Tag an dem wir unsere Aufnahme in den Kasten brachten war es bedeckt und nebelig, so konnten wir eine lange Belichtungszeit einstellen, ohne einen Graufilter nutzen zu müssen.

    Richtig Belichten

    Um die optimale Belichtungszeit am Aufnahmeort zu ermitteln, gibt es mehrere Herangehensweisen. Um eine längere Belichtungszeit bei relativ guten Lichtverhältnissen zu erzielen, muss eine möglichst geschlossene Blende gewählt werden (die Blendenzahl ist groß). In der Regel stellt man die kleinstmögliche Blende ein, die das Objektiv bei entsprechender Zoomstellung zur Verfügung stellt. In unserem Fall war dies Blende 22. Dadurch werden zum einen längere Belichtungszeiten möglich und zum anderen fällt die Schärfentiefe sehr hoch aus, was unserer Aufnahme zusätzlich zu Gute kommt, da das Foto von vorne bis hinten scharf ist. Die ISO-Einstellung der Kamera muss auf den niedrigsten (lichtunempfindlichsten) Wert eingestellt werden. In unserem Fall ISO 200.

    Tipp: Informationen zur Belichtung finden Sie bei www.digiklix.de hier.

    idee_bild4.jpgEine Möglichkeit die optimale Belichtungszeit zu ermitteln ist es, an der Kamera die Zeitautomatik bzw. Blendenvorwahl einzustellen. Die Zeitautomatik ist am Wahlrad der Kamera in der Regel mit einen A bzw. Av gekennzeichnet. Ist dieser Modus eingestellt, wählen Sie von Hand die Blende aus und die Kamera versucht automatisch die optimale Belichtungszeit zu ermitteln. Als Belichtungsmethode ist die Mehrfeld- bzw. Matrixmessung eine gute Wahl. In vielen Fällen klappt dies recht gut.

    Eine weitere Möglichkeit ist es, die Einstellungen für Blende und Verschlusszeit manuell vorzunehmen. Dazu brauchen Sie allerdings einen gewissen Anhaltspunkt. Profis messen die Lichtverhältnisse mit einem Belichtungsmesser, allerdings kann man sich auch ohne dieses Messinstrument mit einer Kamerafunktion behelfen und die Belichtungswerte bzw. die benötigte Verschlusszeit grob ermitteln.

    idee_bild3.jpgWählen Sie an Ihrer Kamera die Spotbelichtungsmessung aus und schalten Sie die Zeitautomatik ein. Stellen Sie die kleinstmögliche Blende ein z.B. Blende 22. Nun richten Sie den zentralen Messpunkt Ihrer Kamera auf die dunkelste Stelle im Motiv, drücken den Auslöser halb durch und merken bzw. notieren sich die von der Kamera ermittelte Verschlusszeit. Messen Sie anschließend den hellsten Bereich im Motiv an, und Notieren Sie sich auch hier die von der Kamera angezeigte Verschlusszeit. Haben Sie beispielsweise an der dunkelsten Stelle 1/2,5 Sek. gemessen und an der hellsten 1/10 Sek, dann stellen Sie manuell eine Belichtungszeit von 1/5 Sek. ein.

    Tipp: Eine Belichtungsreihe mittels der Autobracketing-Funktion der Kamera, kann ebenfalls sinnvoll sein.

    Egal wie Sie die Belichtung an der Kamera steuern, es ist immer sinnvoll Belichtungsreihen aufzunehmen. Schauen Sie sich das Ergebnis der ersten Belichtung auf dem Display der Kamera an und schalten Sie das Histogramm hinzu. Einige Kameras, wie z.B. auch die Nikon D40, ermöglichen eine Ansicht, die überbelichtetet Bereiche hervorhebt. An Hand der ersten Bildkontrolle verändern Sie dann die Belichtungszeit entsprechend, bis Sie die optimale Belichtung erzielt haben. Im Idealfall machen Sie von der ersten Belichtung ausgehend jeweils zwei Fotos mit einer höheren- und mit einer niedrigeren Belichtungszeit. Sind die Helligkeitsunterschiede im Motivbereich zu groß, verändern Sie den Bildausschnitt durch das Ausrichten der Kamera bzw. wählen Sie einen kleineren Ausschnitt in dem Sie in das Motiv hineinzoomen. Besonders schwierig ist es bei derartigen Aufnahmen das fließende, bzw. sprudelnde Wasser nicht überzubelichten.

    Tipp: Belichten Sie vorzugsweise etwas unter. Mittels Bildbearbeitung lassen sich leicht unterbelichtete Fotos einfach korrigieren. Fehlende Bildinformationen, die eine Überbelichtung zur Folge hat, lassen sich nachträglich nicht wieder herstellen.

    Sind die Lichtverhältnisse am Aufnahmeort so, dass eine geschlossene Blende noch nicht ausreicht um eine ausreichend lange Belichtungszeit zu erzielen, oder bietet Ihre Kamera nicht die Möglichkeit an die Belichtung manuell zu steuern, müssen Sie ein Graufilter (siehe Kasten unten, oder Beitrag hier) einsetzen. Alternativ kann auch ein Polfilter vor das Objektiv geschraubt werden, um die Belichtungszeit etwas verlängern zu können.


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