Kein Filtergewinde, kein Polfilter?
Ein Alternative für viele Besitzer einer Kompaktkamera sind magnetische Filter, wie sie z.B. von Hama angeboten werden. Dabei wird der Magnet-Metallring (eine Seite magnetisch, eine Seite selbstklebend) auf das Objektiv geklebt und wirkt als Adapter zwischen Kamera und Filter. Das Polfilter kann dann einfach vor das Objektiv gesetzt werden. (Quelle: Hama)
Praktische Anwendung
Normalerweise wird das Polfilter auf das Filtergewinde geschraubt. Die drehbare Fassung ermöglicht dann das Einstellen des Filters in die gewünschte Position. Nutzen Sie eine DSLR-Kamera können Sie die Auswirkung der unterschiedlichen Einstellungen direkt durch den Sucher beurteilen und wenn die gewünschte Einstellung erreicht ist auslösen. Arbeiten Sie mit einer Kompaktkamera ohne Filtergewinde, können Sie das Filter einfach vor das Objektiv halten. Da die Auswirkung des Filters auf dem Display der Kamera nur unter guten Lichtverhältnissen sichtbar wird, arbeiten Sie einfach mit einem kleinen Trick. Schauen Sie direkt durch das Filter auf das Motiv und drehen es, bis Sie die gewünschte Einstellung erreicht haben, halten Sie das Filter dann in dieser Einstellung vor die Kamera.
Tipp: Wer mit Weitwinkelobjektiven arbeitet, sollte sich für ein extra dünnes Polfilter entscheiden um Randabschattungen (Vignettierung) zu vermeiden. Dies gilt nicht nur für Weitwinkel- bzw. oder insbesondere für Super-Weitwinkelobjektive, sondern auch für Kompaktkameras mit großem Weitwinkelbereich. (Quelle: Schneider-Kreuznach)
Gleiches gilt auch, um sich überhaupt einmal mit der Wirkungsweise des Filters vertraut zu machen. Schauen Sie direkt durch das Filter und Versuchen Sie durch drehen des Filters, diverse spiegelnde Flächen zu entspiegeln. Verändern Sie dabei den Winkel zu den Objekten, denn die beste Wirkung erzielen Sie in einem Winkel von 30-40° zur spiegelnden Fläche. Genauso können Sie an einem schönen Tag die Auswirkung des Filters auf eine Landschaft mit blauem Himmel erkunden.
Im nächsten Schritt machen Sie idealerweise zunächst Testfotos, um Beurteilen zu können, wie sich das Filter mit Ihrer Kamera „verträgt“. Eine Testreihe mit Notizen zu den Kameraeinstellungen ist sinnvoll. Es kann sein, dass Ihre Fotos mit Polfilter immer etwas zu dunkel ausfallen. In dem Fall müssen Sie die Belichtung von Hand korrigieren. Sehr hilfreich kann –wenn Ihre Kamera diese Option anbietet- auch die Bracketing-Funktion sein, die eine Reihe von meist 3 Bildern mit jeweils unterschiedlichen Belichtungseinstellungen aufnimmt. In jedem Fall müssen Sie mit dem Filter experimentieren, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.
Zuviel des Guten
Wenn Sie Polfilter für die Landschaftsfotografie einzusetzen, dürfen Sie eine Besonderheit von Digitalkameras nicht vernachlässigen. Die aufgenommenen Fotos durchlaufen bereits in der Kamera einen Bildbearbeitungsprozess, wenn Sie nicht im RAW-Format fotografieren. Ein Großteil der Kameras ist darauf ausgelegt „schöne“ Fotos zu machen. Das heißt, dass dem Foto schon bevor es auf der Speicherkarte landet, Farbsättigung, Kontrast und schärfe hinzugefügt wird. In Kombination mit der Polfilterwirkung kann dies extrem bunte Fotos zur Folge haben. Manch einer wird diese Bilder mögen, wieder andere finden derartige Fotos unnatürlich. Unser Tipp, ermöglicht Ihre Kamera bezüglich der internen Bildbearbeitung Einstellmöglichkeiten, stellen Sie hier neutrale Werte ein, wenn Sie ein Polfilter verwenden.
Fazit
Ein Polfilter ist tatsächlich eine Bereicherung für jede Fototasche, wenn man es bewusst einsetzt. Um Spiegelungen zu entfernen bzw. gewollt zu verstärken, gibt es keine Alternative, hier versagt auch jede Bildbearbeitung. Wem es jedoch nur um satte Farben und um einen tiefblauen Himmel geht, der sollte bedenken, dass er diese Merkmale auch später mittels einer Bildbearbeitung dem Foto hinzufügen kann. Ein Polfilter ist vor allem kein Filter, welches ständig auf der Kamera verbleiben kann, sondern nur dann eingesetzt werden sollte wenn es seine Wirkung im positiven Sinne voll entfalten kann. (Gordon Hölsken/www.digiklix.de)
Zum Thema Polfilter sind bereits folgende Beiträge auf digiklix.de erschienen:
Grundlagen: Polfilter nach Käsemann
Grundlagen: Fragen und Antworten zum Polfilter
Empfehlung: Polfilter bei Amazon






Mai 6th, 2008 at 11:06 pm
Einer der umfassendsten und aufschlussreichsten Artikel, den ich im Netz zum Thema Polfilter gefunden habe und bei dem ich selbst als langjähriger Fotograf noch den einen oder anderen mir unbekannten Tip gefunden habe. Im allgemeinen eine wirklich gute Fotoseite, die ich da soeben entdeckt habe. Weiter so!
Bernd Siering
Mai 17th, 2008 at 9:24 pm
Kann ich mich nur anschließen, sehr aufschlussreiche Informationen zum Thema Polfilter.
Grüße Micha
Dezember 2nd, 2008 at 6:35 pm
Bin gerade dabei,in das sehr umfangreiche Thema,Fotografie, einzusteigen.Habe ebenfalls heute Eure Seite entdeckt,da ich mich über Polfilter kundig machen wollte.Fand den Artikel sehr gut und für Neueinsteiger auch verständlich.Werde Euch in Zukunft bestimmt öfter besuchen.
Grüße Holger Falz
April 9th, 2009 at 1:19 pm
Hallo,
meinen Vorrednern möchte ich mich anschließen: Der Artikel ist verständlich, sehr informativ und vor allem auf den Punkt gebracht.
Habe mir vor kurzem eine Spiegelreflex-Kamera mit Polfilter gekauft und weiß nun umso besser, wie man einen solchen Filter richtig handhabt. Danke!
Oktober 18th, 2009 at 11:12 pm
Der Artikel ist insgesamt sehr interessant und aufschlussreich.
Zwei Sachen aber: “Der” Filter - nicht “das”
und (tut dem Physiker fast schon weh) ein Photon schwingt nicht!
Elektromagnetische Wellen sind keine schwingenden Photonen!
Aber wie gesagt, den fototechnischen Informationsgehalt trübt das keineswegs!
Oktober 19th, 2009 at 12:04 am
@Stephan
danke für den Kommentar!
>>>“Der” Filter - nicht “das”< <<
Der Duden sagt, dass es "der Filter" heißt, in technischen Bereichen aber meist "das Filter" benutzt wird. Ich denke es ist Auslegungssache, benutze aktuell aber auch meist "der Filter", weil es sich "besser" anhört.
>>>(tut dem Physiker fast schon weh) ein Photon schwingt nicht!< <<
Wie wäre denn die korrekte Aussage zu der angesprochenen Text-Passage von einem Physiker? (Hatte meine Infos dazu seinerzeit von Zeiss) Würde ich dann ggf. gerne korrigieren
Gruß
-gh
Oktober 19th, 2009 at 10:42 pm
Eine elektromagnetische Welle ist eine Welle aus gekoppelten E- und B-Feldern, die sich ohne ein Trägermedium ausbreitet.
Ginge man von schwingenden Lichtteilchen aus, würde das mit dieser Eigenschaft im Widerspruch stehen. Die Polarisation des Lichts ist also die Richtung der Schwingung des E-Feldes (und somit auch des senkrecht dazu angeordneten B-Feldes) und nicht der Photonen.
Photonen kommen ins Spiel um bestimmte Eigenschaften von elektromagnetischen Wellen zu beschreiben.
Man betrachtet dann Licht als von Photonen “zusammengesetzt”. Es bleiben aber trotzdem die Welleneigenschaften wie Interferenz bestehen (Welle-Teilchen-Dualismus).
Einfach ein bisschen nachlesen. Es gibt genug Material darüber. Aber schwingende Photonen sind halt schlicht weg falsch, auch wenn die Inof von Zeiss kommt, da hat dann scheinbar einer im Studium nicht recht aufgepasst….
Beim Filter hab ich jetzt auch nochmal nachgeschaut - da hab ich was gelernt - der Filter filtert Materielles, das Filter Immaterielles. In diesem Fall dann tatsächlich das.
Oktober 22nd, 2009 at 12:12 am
ich werde versuchen es mir anzulesen
(gh)
Oktober 23rd, 2009 at 4:54 pm
Genau genommen ist´s ja eh egal
Das Prinzip is die eine Richtung der E-Feldschwingung wird durchgelassen die senkrecht dazu orientierte gesperrt. Und es schwingt eben der Feldvektor und keine Teilchen das reicht es zu wissen.
Juli 17th, 2011 at 11:18 pm
Alles was ich über Polfilter wissen musste, habe ich wirklich hier gefunden. Ein großen Lob für diesen Beitrag, der mir sehr weiter geholfen hat und im allgemeinen ein Lob für Ihr Informationsangebot das ich nun in meinen Favoriten gespeichert habe.
Michael